Playtime Schulhaus Utogrund — Zürich, Schweiz
Schulen sind nicht nur Organisationen, sondern auch soziale Strukturen. Die Art und Weise, wie sie entworfen und programmiert sind, prägt die Interaktionen, die innerhalb und rund um die Schule entstehen. Dieser Entwurf versteht die Schule weder als rein institutionelles Lerninstrument noch als reine Programmstruktur, sondern als öffentlichen Kondensator für das Quartier. Ziel ist es daher, ein öffentliches Interieur für die Stadt zu schaffen – einen Spielraum für die Gemeinschaft und ein Zuhause für die Kinder der Umgebung.
Die Schule und Sportanlage Utogrund befinden sich an einer markanten Ecke der historischen Krümmung der Albisriederstrasse, einer Achse, die das Quartier mit dem Zentrum von Zürich verbindet. Auf der Grundstücksebene ist Utogrund ein Spielraum, eine Mischung öffentlicher Programme. Sportanlage, Schule und gemeinschaftliche Nutzung überlagern sich oft, ohne jedoch echte Synergien oder einen Dialog im grösseren Massstab von Stadt und Quartier zu erzeugen. Das kompakte Volumen der Schule sitzt auf der Struktur der Sporthalle und orientiert sich zum offenen Feld. Oberirdisch gliedert sich das Gebäude in drei klar lesbare Teile: Sockel, Körper und Krone.
Der Betonsockel beherbergt die öffentlichen Räume des Gebäudes. Bibliothek, Mehrzweckraum und Mensa bilden eine Abfolge unabhängiger Räume, die zu einem grossen Saal verbunden werden können und in Dialog mit der Dennlerstrasse treten. Die Holzstruktur des Körpers beherbergt im ersten Obergeschoss die Musikschule, darüber die Cluster der Klassenzimmer. Die kreuzweise laminierten Holzbögen der Krone umhüllen einen natürlich belichteten Raum, der für Arbeits- und Therapieräume vorgesehen ist. Die Erschliessung ist nie nur funktional, sondern erweitert stets die räumlichen Möglichkeiten der angrenzenden Nutzungen.
Die vertikale Foyerstruktur ist das Rückgrat des Gebäudes – ein Volumen, das die Funktionen des Hauses zur Strasse hin theatralisch inszeniert. Es ist das Gesicht der Schule als städtische Figur, als öffentliches Interieur für das Quartier. Das Volumen wirkt gleichzeitig als akustische Barriere für die Klassenzimmer und als überdachter Spielraum für die Cluster. Es landet im Erdgeschoss als festlicher Eingang des Gebäudes.
Wettbewerb
In Zusammenarbeit mit Riggenbach Landschaft.
Images © Filippo Bolognese