Füür & Ärde — Solothurn, Schweiz
Das Projekt auf der Rossallmend liegt in einem Grenzraum städtischer Entwicklung, in dem verbleibende Fragmente in dieser undefinierten Zwischenzone zwischen Stadt und Vorstadt liegen. An diesem Ort finden sich ein kleines Feld, einige Familiengärten und ein vergessenes offenes Lager. Alle drei werden von einem stark frequentierten Verkehrsknotenpunkt, einer Bahnlinie im Süden sowie deren Umfahrung im Nordosten eingefasst. Inmitten dieses infrastrukturellen Netzes hat die Rossallmend Mühe, mehr als ein Randgebiet zu sein. Daher ist es wesentlich für diesen Entwurf, die Rolle des Programms im städtischen Gefüge neu zu denken. Die zentrale Frage lautet: Wie können ein Energiezentrum, eine Feuerwehr und ein kommunales Depot als öffentliche Akteure gestaltet werden, die den Ort Rossallmend in der Stadt verankern?
Das Energiezentrum wird als skulpturales Volumen an der Ecke des Geländes positioniert. Ein Referenzpunkt, der die Familiengärten im Westen schützt und zu einem neuen Identitätszeichen der Entwicklung werden soll. In der zweiten Phase wird entlang der Bahnlinie eine Grenzmauer errichtet – eine visuelle Barriere, die das Gelände schützt und die Grundlage für das Aussenprogramm bildet. Entlang dieser Struktur entsteht die Feuerwehr als kompakter Baukörper im Dialog mit dem skulpturalen Volumen des Energiezentrums. Beide bleiben im Osten des Areals, um die Lebensdauer der Familiengärten so lange wie möglich zu erhalten. Abschliessend wird das Volumen des Gemeindedepots in Verlängerung der Feuerwehr angeordnet, um diesen kompakten linearen Körper zu vollenden.
Die Verschmelzung dieser drei Programme schafft zusätzlich einen offenen Grünraum, der sich zur Stadt orientiert und gleichzeitig vom Verkehrsknotenpunkt sowie den Bahnlinien abgeschirmt bleibt. Dieser neue Park hat das Ziel, die bestehenden Bäume zu erhalten und die Erinnerung an die Familiengärten durch urbane Landwirtschaft weiterzutragen. Das Energiezentrum wird nicht versteckt, sondern als essenzielle treibende Kraft der städtischen Entwicklung sichtbar gemacht. Die grosse logistische Erschliessung befindet sich unterhalb, zwischen der Bahnlinie hinter dem neuen linearen Volumen. Der Entwurf kehrt so die Grenzbedingung des Ortes um, indem er den drei logistischen Programmen einen öffentlichen Charakter verleiht. Die bestehenden Familiengärten bleiben so lange wie möglich erhalten, während ein offener Grünraum entsteht, der sich zur Wohnsiedlung orientiert und die gesellschaftliche Relevanz des Programms stärkt – das Grenzgebiet wird so plötzlich bereit, städtisches Leben aufzunehmen.
In Zusammenarbeit mit Atelier Neume und Riggenbach Landschaft.